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Presseinformation

Übersicht

Frankfurt am Main, 12. November 2007

 

Filmmuseumschefin Claudia Dillmann entlässt den Leiter des Internationalen Kinderfilmfestivals Frankfurt:

Proteste gegen die Entlassung des „Lucas“-Festivalchefs Günther Kinstler

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filmmuseums, dem langjährigen Leiter des Internationalen Frankfurter Kinderfilmfestivals „Lucas“, Günther Kinstler, Ende Oktober mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht verlängert und er somit das nächste Festival 2008 nicht mehr organisieren wird. Angelika Birk, Vorsitzende des Bundesverbandes Jugend und Film e.V., sprach sich in einem Gespräch mit Claudia Dillmann entschieden gegen die Entlassung des erfolgreichen Festivalleiters aus.

Das Internationale Frankfurter Kinderfilmfestival „Lucas“ wird gemeinsam vom Deutschen Filminstitut DIF e.V. / Deutsches Filmmuseum, dem Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF) und von der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) veranstaltet. In Fachkreisen gibt es keinerlei Verständnis für Günther Kinstlers Entlassung angesichts der Verdienste, die er sich um das Festival erworben hat. Kinstler zählte bereits bis zum Jahre 1997 unter Walter Schobert zum Organisationsteam des Lucas-Festivals. Nach Schoberts Entscheidung, „Lucas“ ab 1998 nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten, hatte das Festival erheblich an Bedeutung verloren. Günther Kinstler übernahm im Jahre 2002 die Leitung der Veranstaltung im Einvernehmen mit der jeweiligen Direktion des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main. Zügig führte Kinstler in den folgenden Jahren das Festival zu seiner früheren Position als eines der weltweit führenden Kinderfilmfestivals zurück. Mit dem Metropolis als zusätzlichem Festivalkino wurde ausreichend Platz geschaffen für das wachsende Publikum. Seit 2004 findet das Festival wieder jedes Jahr statt und präsentiert im Wettbewerb einen Querschnitt der besten Spiel- und Animationsfilme, die weltweit für Kinder produziert werden. Ab 2005 hat Kinstler das Programm um einen Kurzfilm-Wettbewerb erweitert.

Erst vor wenigen Wochen, Ende September 2007, feierte „Lucas“ sein 30-jähriges Beste­hen. Dieses Jubiläum nutzte Günther Kinstler, um eine Fachtagung darüber zu veranstal­ten, wie die Verbreitung qualitativ herausragender Kinderfilme verbessert werden kann. Zusätzlich etablierte er beim Festival einen Kinderfilmmarkt, bei dem Filmeinkäufer aus vielen Ländern aktuelle Kinderfilme sehen und Kontakte zu ihren Produzenten knüpfen konnten. Der europäische Kinderfilmverband ECFA (European Children’s Film Association) organisierte in Frankfurt eine Konferenz mit Kinderfilm-Verleihern aus ganz Europa und plante, ab 2008 jährlich ein internationales Seminar für Kinderfilm-Fachleute in Frankfurt zu veranstalten. „Wir sind verwundert und können es kaum glauben, dass Günther Kinst­ler nicht mehr das ‚Lucas’-Festival leiten soll. Schließlich ist es hauptsächlich seiner engagierten Arbeit zu verdanken, dass sich dieses Festival in den letzten Jahren so bemerkenswert entwickelt hat,“ schreibt ECFA-Generalsekretär Felix Vanginderhuysen (Brüssel) und fügt hinzu: „Wir sind besorgt um unsere gemeinsam verabredeten Projekte und hoffen sehr, dass die Managerin des Filmmuseums ihre Personalentscheidung überdenkt.“

Auch das weltweite Kinderfilmzentrum CIFEJ ist seit Jahren mit einer Jury in Frankfurt vertreten. CIFEJ-Geschäftsführerin Jo-Anne Blouin aus Montreal/Kanada war begeistert von der professionellen Organisation und der persönlichen Atmosphäre des Festivals, bei dem sich das Frankfurter Kinderpublikum ebenso wohl fühlt wie die Gäste und Fach­besucher aus aller Welt. CIFEJ hat Günther Kinstlers Verdienste gerade noch zusätzlich gewürdigt: Bei der Mitgliederversammlung der Organisation am 17. Oktober in Amsterdam wurde Kinstler in den Vorstand der Organisation gewählt.

 

 

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Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF):
Der Bundesverband Jugend und Film e.V. ist mit rund 1.200 Mitgliedern die größte Organisation der kulturellen Kinder- und Jugendfilmarbeit in Deutschland und Europa. Kinder- und Jugendfilm-Initiativen unterstützt der Verband durch seinen Filmverleih „BJF-Clubfilmothek“ mit ca. 500 Filmen, mit der DVD-Edition „Durchblick“ mit Arthouse-Filmen für Kinder und Jugendliche, durch Seminare, Filmfestivals und Tagungen, durch Filmbücher und Broschüren, durch das Informationsnetzwerk „Junge Filmszene“ für junge Film- und VideomacherInnen sowie mit Rat und Hilfe in allen Fragen zur kulturellen Kinder- und Jugendfilmarbeit. Die Arbeit des Bundesverbandes Jugend und Film e.V. wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.

Für weitere Informationen steht Ihnen das Team der BJF-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhold T. Schöffel, BJF-Geschäftsführer