Bundesverband Jugend und Film e.V. * Ostbahnhofstraße 15 * 60314 Frankfurt am Main
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Frankfurt am Main, 23. November 2009
Jugendliche lieben das Kino, aber sie gehen kaum noch in die kommunalen Kinos, die als „langweiliger Ort mit veralteten Filmen“ wahrgenommen werden und die vom Arthousekino-Geschmack vergangener Zeiten zehren. Auch der Altersdurchschnitt der Kinomacher selbst liegt ziemlich hoch, was es nicht leichter macht, das junge Publikum anzusprechen. Aber sogar wenn Jugendliche selbst das Programm gestalten, erreichen sie damit oft weniger die Gleichaltrigen als Erwachsene. Andererseits stehen zahlreiche gute Filme mit authentischen jugendaffinen Themen zur Verfügung, die ihr Zielpublikum mangels Bekanntheitsgrad nicht erreichen. Verleiher beklagen, dass Jugendfilme angesichts einer kommerziellen Übermacht nur noch schwer zu vermarkten seien und sehen zumindest die bundesweiten Schulkinowochen als Rettungsanker.
Angesichts dieser Entwicklung, die den Jugendlichen überwiegend nur noch Identifikationsmöglichkeiten mit Filmfiguren des Mainstream bietet, beschäftigte sich das Freiburger Symposium „Was guckst du?“ vom 13. bis 15. November 2009 damit, ob der Begriff Jugendfilm noch zeitgemäß sei und wie sich die Situation auf allen Ebenen von der Förderung und Produktion über den Vertrieb bis zur Medienpädagogik und Kinopraxis verbessern ließe. Eingeladen waren gleichermaßen Fachleute wie filmbegeisterte Jugendliche, um auf diese Weise den Dialog der Generationen zu fördern. Die von Reiner Hoff konziperte und geleitete Veranstaltung des Bundesverbands Jugend und Film e.V. / BJF Baden-Württemberg, des Bundesverbands kommunale Filmarbeit e.V./ LKK Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg und weiteren Förderpartnern brachte erstaunliche Fehlentwicklungen im Marketing und im Umgang mit den Bedürfnissen der Zielgruppe deutlich zur Sprache, die baldmöglich behoben werden sollen. Neue Impulse setzte zugleich der allgemeine Konsens, dass sich Jugendliche ihre Filme nicht nach der Kategorie Jugendfilm aussuchen. Sie müssen unmittelbar angesprochen und gefördert werden, benötigen genügend Freiraum, um im nichtgewerblichen Jugendkino selbst oder auch gemeinsam mit Fachkräften etwas auf die Beine zu stellen.
Angesichts der vielen thematisierten Herausforderungen waren sich Veranstalter, die beteiligten Verbände und Institutionen sowie die Teilnehmer einig, dass dieses erste, grundsätzliche Symposium zum nichtgewerblichen Jugendkino seine Fortsetzungen finden muss. Der BJF hat sich spontan bereit erklärt, ein jährliches Treffen der Jugendkinos in Deutschland zu organisieren, womit sowohl junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kommunalen Kino gemeint sind, als auch junge Leute, die ihr Filmprogramm nur gelegentlich im Jugendzentrum oder an ähnlichen Orten präsentieren. Bei einer Folgeveranstaltung im nächsten Jahr wird folglich die Partizipation jugendlicher Kinogänger und Kinomacher ganz im Vordergrund stehen.
Der Bundesverband Jugend und Film e.V. (BJF):
Der Bundesverband Jugend und Film e.V. ist mit rund 900 Mitgliedern die größte Organisation der kulturellen Kinder- und Jugendfilmarbeit in Deutschland und Europa. Kinder- und Jugendfilm-Initiativen unterstützt der Verband durch seinen Filmverleih „BJF-Clubfilmothek“ mit ca. 500 Filmen, mit der DVD-Edition „Durchblick“ mit Arthouse-Filmen für Kinder und Jugendliche, durch Seminare, Filmfestivals und Tagungen, durch Filmbücher und Broschüren, durch das Informationsnetzwerk „Junge Filmszene“ für junge Film- und VideomacherInnen sowie mit Rat und Hilfe in allen Fragen zur kulturellen Kinder- und Jugendfilmarbeit. Die Arbeit des Bundesverbandes Jugend und Film e.V. wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes gefördert.
Für weitere Informationen steht Ihnen das Team der BJF-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhold T. Schöffel, BJF-Geschäftsführer