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Nic Balthazars "Ben X" ab sofort in der BJF-Clubfilmothek

Ben X
In seinem Regiedebüt brachte der belgische Schriftsteller Nic Balthazar sein eigenes Jugendbuch "Nichts war alles, was er sagte" (in Deutschland noch nicht erschienen) in eine filmisch adäquate Form. Das Buch hatte er frei nach dem authentischen Fall eines Autisten geschrieben, der nach ständigem Mobbing Selbstmord beging. Mit dem erfolgreichsten flämischen Kinofilm der letzten Jahre erbrachte Balthazar den Beweis, dass sich auch schwierige Themen äußerst ansprechend und publikumswirksam umsetzen lassen. Die vollkommen gleichwertige Vermischung aus realer Spielhandlung, dokumentarischen Interviewszenen und Ausschnitten aus dem bekannten 3D-Computerspiel ist formal bestechend und vor allem inhaltlich begründet. Denn über Bens Krankheitsbild und das darauf zugespitzte Thema Mobbing hinaus geht es um die Frage nach der Konstruktion von Wirklichkeit und die Möglichkeit der Vermittlung zwischen unterschiedlichen Welten, seien es individuelle, soziale, kulturelle oder insbesondere auch mediale Konstruktionen. Beeindruckend und sinnlich in Bild und Ton wird die Wahrnehmungs- und Gefühlswelt des nach außen hin geheimnisvoll und abweisend wirkenden Protagonisten vermittelt, eine Grundvoraussetzung jeglichen Verständnisses und aller Verständigung.
(Holger Twele)
Ben X, Belgien, Niederlande 2007, 90 Min. Farbe
BJF-Bestellnummer: 2 930 255
BJF 28.11.08

"Emil" für "Das tapfere Schneiderlein"